Ich wollte eigentlich nur eine alte WordPress Seite umziehen. Neuer Hoster, neue Domain, einmal sauber machen und fertig. In der Theorie dauert das eine Stunde. In der Praxis zeigt sich schnell, warum viele Migrationen in Redirect Loops, kaputten Logins oder weißen Seiten enden.
Das Problem ist selten WordPress selbst. Das Problem ist die Kombination aus alter Installation, neuer PHP Version, SSL, Proxy und mehreren Domains, die gleichzeitig geändert werden.
Der Ausgangspunkt
Die alte Installation lief seit Jahren unangetastet. Inhalte waren noch da, aber das Backend war bereits kaputt. Typischer Fehler bei alten Setups. Plugins und Theme stammen aus einer Zeit, in der PHP noch anders funktioniert hat. Sobald der Hoster aktualisiert, fliegt einem das um die Ohren.
Frontend geht noch, wp-admin nicht mehr. Genau der Moment, in dem man aufhören sollte zu reparieren.
Der wichtigste Schritt war die Entscheidung, nicht die alte Installation zu retten, sondern nur den Inhalt.
Was wirklich migriert wird
Eine WordPress Seite besteht im Kern aus zwei Dingen:
- der Datenbank mit allen Inhalten
- dem uploads Ordner mit Bildern und Medien
Alles andere kann neu erzeugt werden. Genau das spart später Stunden an Fehlersuche.
Also zuerst Datenbank exportieren. Danach wp-content uploads sichern. Keine Plugins, kein Theme, kein Core.
Der Fehler, den fast jeder macht
Die meisten versuchen, die alte Installation eins zu eins zu kopieren. Das funktioniert kurzfristig, aber man übernimmt alle alten Probleme gleich mit.
Der bessere Weg ist eine frische WordPress Installation auf dem neuen Server und danach nur die Datenbank importieren.
Damit startet WordPress sauber mit aktuellen Dateien, aber den alten Inhalten.
Der Moment, an dem es kompliziert wird
Nach dem Import zeigt WordPress weiterhin auf die alte Domain. Login funktioniert nicht, Weiterleitungen springen hin und her. Spätestens wenn Cloudflare oder ein Proxy im Spiel ist, entstehen Endlosschleifen.
Der Grund ist simpel. WordPress glaubt noch, es läuft unter der alten Adresse.
Die Lösung ist ebenso simpel, wenn man sie kennt. siteurl und home in der Datenbank auf die neue Domain setzen und anschließend die Permalinks neu speichern.
Erst danach funktioniert das System wieder normal.
SSL ist fast immer der eigentliche Auslöser
Viele Probleme entstehen nicht durch WordPress, sondern durch widersprüchliche SSL Einstellungen.
Wenn Cloudflare HTTPS spricht, der Server aber glaubt, die Verbindung sei HTTP, versucht WordPress erneut umzuleiten. Ergebnis ist ein Loop.
Sauber funktioniert es nur, wenn:
- auf dem Server ein echtes Let’s Encrypt Zertifikat liegt
- Cloudflare auf Full strict steht
- nur eine Stelle Redirects übernimmt
Mehr Regeln bedeuten mehr Fehler.
Was ich beim nächsten Mal anders mache
Die Reihenfolge entscheidet über den Aufwand.
Richtig ist:
DNS zuerst
SSL auf dem Server aktivieren
frische WordPress Installation
Datenbank importieren
Uploads kopieren
Domain ersetzen
erst danach Proxy aktivieren
Alles andere kostet Zeit.
Fazit
Eine WordPress Migration ist keine technische Herausforderung. Sie wird kompliziert, wenn man versucht, alte Systeme zu konservieren.
Eine Migration ist die beste Gelegenheit, aufzuräumen. Neue Installation, alte Inhalte, sauberer Start.
Am Ende läuft die Seite stabiler als vorher und zukünftige Updates werden wieder langweilig. Genau so soll es sein.


Schreibe einen Kommentar